Meiner Meinung nach gelten die von mir erwähnten Erfolgsfaktoren auch für Online-Aufgaben. Bei diesen sollte man aber zusätzlich noch einiges beachten.

  • Klarheit: sollen im allgemein die Anweisungen der Aufgaben deutlich sein, ist das bei Online-Aufgaben entscheidend, denn der Lerner kann bei Fragen oder Zweifel nicht mit einer unmittelbaren Rückmeldung des Lehrers rechnen.
  • Technik: die technischen Aspekten sind bei Online-Aufgaben sehr wichtig. Als erstes sollte der Lehrer sicher sein, dass alle Kursteilnehmer die zu verwendeten Werkzeuge benutzen können. Wenn es sich um neue Werkzeuge handelt, sollte ihr Gebrauch im Vorfeld genau erklärt werden. Und dabei nicht vergessen, dass Online-Werkzeuge für das Sprachenlernen Hilfsmittel sind und nicht das Ziel.
  • Angemessenheit: man sollte sich immer fragen, ob es überhaupt Sinn macht, die Aufgabe online zu erledigen. Vor allem bei gemischten Kurse (Präsenz + Online), die die Online-Aufgaben als Vertiefung- oder Übungsangebot nutzen, sollte man das, was im Präsenzunterricht gut funktioniert, nicht online wiederholen.
  • Zeitaufwand: sich in der virtuellen Welt zu bewegen ist nicht immer schneller als in der realen Welt. Die Wege sind oft unergründbar und es kann schwierig sein, sich alle möglichen Konstellationen auszudenken. Mann sollte also großzügig planen und dabei beachten, wie viel Zeit die Aufgabe den Lernern in Anspruch nehmen wird, aber auch wie viel Zeit der Lehrer für ein Feedback brauchen wird. Die Aufgabe soll nämlich für alle machbar sein.
  • Anwendbarkeit: für Online-Aufgaben gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, aber nicht jedes ist für alles anwendbar. Meiner Meinung nach könnte man folgende Unterscheidungen machen:
    • Blogs sind vor allem für die Darstellung eigener Reflexionen geeignet
    • Wikis dagegen sind eher für die kollaborative Arbeit gedacht.
    • Foren sind für Fragen mit Diskussionscharakter angebracht, sowie für die allgemeine Kommunikation zwischen den Teilnehmern.
    • Chats und Videkonferenzen können den persönlichen Austausch im Präsenzunterricht online ersetzen und sind somit für reine Online-Kurse fast unerlässlich, für Präsenzkurse eher überflüssig (außer wenn es sich um den Kontakt mit anderen fremden Gruppen handelt)
    • HotPots (Lückentexte, Kreuzworträtsel, usw.) sind keine natürliche Online-Aufgaben, denn diese gibt es auch im Papierformat. Für die Lerner können sie aber sehr nützlich sein, denn sie bekommen eine unmittelbare Rückmeldung, ob sie die Aufgabe richtig oder falsch gemacht haben.
    • Online-Umfragen eigen sich für eine Selbstkontrolle, aber auch um gemeinsame Entscheidungen zu treffen oder die Vielfalt/ Übereinstimmung der Meinungen zu einem konkreten Thema darzustellen.
    • Podcasts sind bei reinen Online-Kurse eine gute Möglichkeit, den Teilnehmern die Sprache hören zu lassen.

Wissen Sie von anderen Faktoren, die man bei der Erstellung von Online-Aufgaben beachten sollte?

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