Partnerübungen mit Flashmeeting

2 Kommentare

Mirjam hat mir vorgeschlagen an einem konkreten Beispiel zu arbeiten, das die Anpassung von Präsenzaufgaben an Online-Aufgaben veranschaulicht. Die grösste Herausforderung von Online-Kurse scheint mir den mündlichen kommunikativen Aspekt beizubehalten, so werde ich im Folgenden eine Aufgabe, die man typischerweise im Präsenzunterricht im Paaren macht, an einem Flashmeeting-Treffen anpassen.

Zuerst zum Hilfsmittel:

Wenn ich früher an Videokonferenzen dachte, stellte ich mir ein Kauderwelsch von mehreren Kursteilnehmer vor. Im Laufe unseres Online-Kurses zum Thema Online Unterrichten haben wir mit Flashmeeting experimentiert und dabei gelernt, dass dieses Hilfsmittel ein sehr organisertes Gespräch erlaubt. Am besten hat mir gefallen, dass man das ganze Gespräch aufnehmen kann und es später unter Angabe des entsprechendes URL wieder hören und sehen kann. Das ermöglicht, dass einige Teilnehmer, die bei einem allgemeinen Treffen nicht sein könnten, das Gespräch später hören oder sehen. Das ist aber auch nützlich um Paaren-Gespräche, die die Lerner unter sich führen, später als Lehrer zur Verbesseungszwecke zu kontrollieren.

Jetzt zu der Aufgabe selber:

1. Allgemeine Anweisungen

  • Aufgabe: Deine Schule
  • Hilfsmittel: Videokonferenz mit Flashmeeting und Blog
  • Sprachniveau: B1-Lerner
  • Lernerprofil: Universitätsstudierende aus verschiedenen Fächern
  • Voraussetzungen: Die Lerner sind schon mit Flashmeeting und mit den Blogs vertraut und haben schon andere Aufgaben zu dem Thema gemacht, d.h. sie kennen schon das Vokabular.
  • Grammatikalisches Ziel: Imperfecto wiederholen und aktiv verwenden (mündlich und schriftlich)
  • Kommunikative Ziele:

– Sich über die Vergangenheit unterhalten.

– Sich über die Schule und das Schulsystem unterhalten.

– Den Wortschatz zum Thema Schulerinnerungen festigen.

  • Zeitpunkt: Wenn die vorherigen Aufgaben zu dem Thema erledigt sind. (Genauere Anweisungen sind vom Kurs abhängig).

2. Verlauf:

  • Schritt 1 – Vorbereitung

– Lesen Sie die Anweisungen zu der Aufgabe „Deine Schule“ genau durch, um über die Voraussetzungen und Ziele des Aufgabe informiert zu sein.

– Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, vereinbaren Sie einen Termin mit einem anderen Kursteilnehmer, um diese Aufgabe mit Flashmeeting zu machen. (Hier kann man es den Kursteilnehmer überlassen, mit wem sie üben wollen, oder vorher Paare durch irgendein Kriterium bestimmen.

  • Schritt 2 – Aufgabestellung

– Wie hat es Ihnen in der Schule gefallen? Was haben Sie damals gemacht? Woran können Sie sich erinnern? Lesen Sie die Fragen zu der Übung [biete ich hier nicht an, werden aber den Kursteilnehmer in spanischer Sprache gegeben] und machen sie sich Gedanken darüber. Genau diese Fragen sollen Sie auch Ihren Gesprächpartner stellen. Sie können natürlich auch andere Fragen hinzufügen. Notieren Sie dabei, was sie am Interesantesten finden.

– Vergessen Sie nicht, die URL des Gespräches zu speichern.

  • Schritt 3 – Abgabe und Ausertung

– Schicken Sie Ihrer Lehrerin oder ihren Lehrer die URL des Gespräches. Sie werden eine Gesamtauswertung in schriftlicher Form von ihm/ihr bekomme.

– Schreiben Sie in Ihrem Blog, was am Interessantesten aus diesem Gespräch gefunden haben. Sie können dabei auch Ihre eigene Schulerinnerungen zusammenfassen.

– Wenn beide Gesprächpartner einverstanden sind, können Sie auch in dem Blog die URL des Gesprächs veröffentlichen.

  • Schritt 4 – Interaktion mit der Gruppe

– Lesen sie das Post von einem anderen Kursteilnehmer und reagieren Sie mit einem Kommentar dazu.

– Hören Sie das Gespräch von einem anderen Paar zu. Was hat Ihnen am meisten gefallen oder überrascht? Reagieren Sie im Blog mit einem Kommentar dazu.

– Wenn keine Paare ihre URL veröffentlich haben, reagieren Sie auf zwei Posts von zwei verschiedenen Paare.

    Findet ihr, dass die Aufgabe erfolgreich sein kann? Habe ich vielleicht etwas außer Acht gelassen? Ich würde mich über Kommentare sehr freuen.

    Advertisements

    Besonderheiten der Online-Aufgaben

    2 Kommentare

    Meiner Meinung nach gelten die von mir erwähnten Erfolgsfaktoren auch für Online-Aufgaben. Bei diesen sollte man aber zusätzlich noch einiges beachten.

    • Klarheit: sollen im allgemein die Anweisungen der Aufgaben deutlich sein, ist das bei Online-Aufgaben entscheidend, denn der Lerner kann bei Fragen oder Zweifel nicht mit einer unmittelbaren Rückmeldung des Lehrers rechnen.
    • Technik: die technischen Aspekten sind bei Online-Aufgaben sehr wichtig. Als erstes sollte der Lehrer sicher sein, dass alle Kursteilnehmer die zu verwendeten Werkzeuge benutzen können. Wenn es sich um neue Werkzeuge handelt, sollte ihr Gebrauch im Vorfeld genau erklärt werden. Und dabei nicht vergessen, dass Online-Werkzeuge für das Sprachenlernen Hilfsmittel sind und nicht das Ziel.
    • Angemessenheit: man sollte sich immer fragen, ob es überhaupt Sinn macht, die Aufgabe online zu erledigen. Vor allem bei gemischten Kurse (Präsenz + Online), die die Online-Aufgaben als Vertiefung- oder Übungsangebot nutzen, sollte man das, was im Präsenzunterricht gut funktioniert, nicht online wiederholen.
    • Zeitaufwand: sich in der virtuellen Welt zu bewegen ist nicht immer schneller als in der realen Welt. Die Wege sind oft unergründbar und es kann schwierig sein, sich alle möglichen Konstellationen auszudenken. Mann sollte also großzügig planen und dabei beachten, wie viel Zeit die Aufgabe den Lernern in Anspruch nehmen wird, aber auch wie viel Zeit der Lehrer für ein Feedback brauchen wird. Die Aufgabe soll nämlich für alle machbar sein.
    • Anwendbarkeit: für Online-Aufgaben gibt es eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, aber nicht jedes ist für alles anwendbar. Meiner Meinung nach könnte man folgende Unterscheidungen machen:
      • Blogs sind vor allem für die Darstellung eigener Reflexionen geeignet
      • Wikis dagegen sind eher für die kollaborative Arbeit gedacht.
      • Foren sind für Fragen mit Diskussionscharakter angebracht, sowie für die allgemeine Kommunikation zwischen den Teilnehmern.
      • Chats und Videkonferenzen können den persönlichen Austausch im Präsenzunterricht online ersetzen und sind somit für reine Online-Kurse fast unerlässlich, für Präsenzkurse eher überflüssig (außer wenn es sich um den Kontakt mit anderen fremden Gruppen handelt)
      • HotPots (Lückentexte, Kreuzworträtsel, usw.) sind keine natürliche Online-Aufgaben, denn diese gibt es auch im Papierformat. Für die Lerner können sie aber sehr nützlich sein, denn sie bekommen eine unmittelbare Rückmeldung, ob sie die Aufgabe richtig oder falsch gemacht haben.
      • Online-Umfragen eigen sich für eine Selbstkontrolle, aber auch um gemeinsame Entscheidungen zu treffen oder die Vielfalt/ Übereinstimmung der Meinungen zu einem konkreten Thema darzustellen.
      • Podcasts sind bei reinen Online-Kurse eine gute Möglichkeit, den Teilnehmern die Sprache hören zu lassen.

    Wissen Sie von anderen Faktoren, die man bei der Erstellung von Online-Aufgaben beachten sollte?

    Eigenschaften einer Erfolg versprechenden Aufgabe

    1 Kommentar

    Sicher gibt es weitere Unterscheidungen, aber erst einmal sollte klar werden, ob die Aufgabe zum Selbstentdecken oder zum Üben oder Vertiefen gedacht ist. Die Aufgabe soll also ein klares Ziel für Lehrer und Lerner haben, auch im Bezug auf den ganzen Kurs, also wie die Aufgabe in der gesamten Entwicklung zu verstehen ist. Darüber hinaus sollen die Anweisungen deutlich formuliert werden, so dass die Lerner genau wissen, was sie machen sollen, wie und gegebenenfalls auch wann oder bis wann. Und die Aufgabe soll natürlich im Rahmen der gegebenen technischen und zeitlichen Bedingungen machbar sein.

    Zum Erfolg einer Aufgabe ist aber die Motivation der Lerner am Wichtigsten. Um diese zu gewährleisten kann ich mir zwei entscheidende Kriterien vorstellen:

    • Alter: die Aufgabe soll dem Alter der Lerner angemessen sein. Inhalte und Medium sollen daher genau ausgewählt werden.
    • Sprachniveau: die Aufgabe soll weder zu schwierig noch zu einfach sein. Sie muss herausfordernd sein, aber nicht so schwer, dass der Lerner sich überfordert fühlt und das Interesse verliert.

    Durch weitere Faktoren könnte man die Motivation der Lerner fördern:

    • Persönlichen Bezug: ein Bezug zu der eigenen Erfahrungen, an der die Lerner anküpfen können, kann ihnen helfen, sich in der Fremsprache zu äussern.
    • Überraschungsfaktor: Neues, Fremdes den Lernern offenbaren, sogar für sie schockierende Aspekte der anderen Kultur. Das kann bestimmt die Aufmerksamkeit wecken und zum Erfolg führen.
    • Humor: das ist ohne Zweifel mit Sorgfalt zu behandeln. weil Humor so kulturell geprägt ist. Trotzdem kann ich mir auch gut vorstellen, dass lustige Motive auch das Interesse der Lerner erwecken können.

    Fällt Ihnen noch was ein?

    Die Welt der Blogs

    3 Kommentare

    Ich möchte im Folgenden vier Blogs kommentieren, die ich verfolge:

    • den Blog von einem Freund: Viaje alrededor de uno mismo,
    • einen Blog, der mich inhaltlich persönlich interessiert: El Blog de Loretahur
    • einen Blog der sich mit dem Spracherwerb aus der Perspektive der Dozenten beschäftigt und sich auf Web 2.0, Konnektivismus und ELE (Spanisch als Fremdsprache) konzentriert: Blog Nodos ELE
    • und einen Blog von einer Spanischlernerin, die Aktivitäten mit Videos vorschlägt: De cine

    Vom Viaje alrededor de uno mismo mag ich alles, nur nicht, dass mein Freund nicht so regelmässig schreibt. Er hat eine sehr komische und schöne Art und Weise, die Wirklichkeit zu kommentieren. In seinem Blog findet man lauter kurzen Geschichten, die einem zum Lachen und/oder Nachdenken bringen.

    Den Blog de Loretahur habe ich gefunden, als ich nach einem spanischen Wiki gesucht habe. Loretahur ist Informatikerin und arbeitet als Spezialistin für web 2.0, ICT und soziale Netzwerke an einer spanischen Universität. Darüberhinaus ist sie Softwareentwickler bei Nirelandia , wo unter anderem Nirewiki entwickelt wurde. Letztendlich habe ich mich nicht für Nirewiki entschieden, aber ihre Art Technisches und Soziales zu erklären hat mich von Anfang an begeistert. Seitdem verfolge ich regelmässig ihre Beiträge und freue mich besonders über ihre Präsentationen, die sehr interessant, prägnant,lustig und bunt sind.

    Die Initiatoren von Blog Nodos ELE sind Spanischlehrer und Dozenten, die für ein neues Lern- und Lehrmodel in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts plädieren. 2007 erklärten sie sich als Anhänger des Konstruktivismus. 2009  veröffentlichen sie ein neues Manifest, das sie „Manifiesto conectivista“ betiteln. Sie folgen also die konnektivistischen Ideen von G. Siemens und S. Downes. Mehr zum Konnektivismus findet ihr z. B. hier . Was diese Bloggers schreiben sind immer sehr interessante aber auch sehr umstritene Beiträge. Ich kann noch nicht sagen, dass mich ihre Ideen überzeugen, aber sie bringen mich dazu, bestimmte Sachen in Frage zu stellen und kritisch zu bleiben. Das gefällt mir! Mir gefällt aber nicht, dass sie oft sehr harte Kritik üben, aber keine deutliche Alternativen nennen. Ihre Prinzipien sind klar, aber wie sie diese in der Praxis anwenden habe ich noch nicht begriffen.

    De Cine (das ist ein Wortspiel, es heißt gleichzeigt „über kino“ aber auch „ausgezeichnet“) gefällt mir, weil ich dort Aktivitäten mit Videos finden kann, die für den Spanischunterricht bestimmt sind. Und oft sind sie mit spanischen Untertiteln versorgt! Der Blog ist also für die Lehrer gedacht und nicht für die Lerner. Das ist gerade, was ich ändern würde. Man könnte genau dasselbe machen, aber nicht pädagogische Anweisungen, sondern Hinweise für die Lerner geben. Ich glaube, das könnte gut funktionieren. Ich habe bis jetzt keinen Blog  gefunden, der direkt für Lerner gedacht wäre und mich überzeugt hätte.

    Der Tag des Spanischen – Aufgabe

    6 Kommentare

    Das Cervantes Institut hat zum zweiten Mal den Tag des Spanischen gefeiert und ich wollte mit meinen Studenten dabei sein. Auf der Platform El día E können Sprecher und Lerner der ganzen Welt erklären, welche ihre Liebingswörter sind und warum. Man kann einfach die Erklärung schreiben oder ein kleines Video drehen und hochladen. Ich habe mich schon letztes Jahr für die zweite Möglichkeit entschieden. Diese Woche war es wieder soweit (und deswegen habe ich ein bißchen länger gebraucht mit meinen Aufgaben), denn nächsten Samstag (19.06.) wird des wieder gefeiert. Die Videos könnt ihr alle zusammen im Vimeo-Portal sehen.

    Jetzt zur kognitiven Analyse. Bei dieser Aktivität geht es prinzipiell darum, dass die Studenten ihre Freude am Spanischlernen erfrischen und dass sie einfach Spaß haben. Die Grammatik ist mir hier egal, wichtig ist dass sie teilnehmen und dass sie dabei selber merken wieviel sie schon können.

    Input: das Input, das sie bekommen ist das Portal El día E, wo sie schon viele Videos anderer Lernen von der ganzen Welt sehen können. Ich geben ihnen auch ein Zettel mit ein paar technische Hinweise.

    Interaktion: Die Studenten arbeiten in Gruppen. Eigentlich sollten sie sich auf Spanisch unterhalten, aber sie halten es nicht länger als einer halben Minute durch. Bei anderen Aktivitäten bestehe ich darauf, aber hier nicht. Ich gehe von Gruppe zu Gruppe und beantworte ihre Fragen, gebe neue Anregungen, wenn sie verloren sind oder kommentiere ihre entscheidungen oder Text.

    Output: Das was kommt, könnt ihr selber schauen. Sie geniessen es und sogar die, die immer sehr schüchtern sind, werden in den kleinen Gruppen mutig und trauen sich vor der Kammera etwas zu sagen.

    Form: Obwohl mir die grammatikalische Korrektheit in diesem Fall nicht wichtig ist, bestehen sie immer darauf, dass ich ihre Texte korrigiere. Ich sage ihnen, sie sollen frei sprechen, aber die meisten lesen ihre Sätze vor oder lernen sie auswendig. Ich kann sie gut verstehen, sie wollen sich nicht vor der Kammera blamieren. Aber das bestätigt meinen Eindruck, dass die Studenten oft mindestens so viel Wert auf Korrektheit legen wie ich selber, wenn nicht sogar mehr.

    Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

    Susana

    Onlinekommunikation aus der kognitiven Perspektive – Aufgabestellung

    Hinterlasse einen Kommentar

    In Bezug auf das Lernen von Fremdsprachen vertreten wir einen kommunikativen Ansatz, welcher die soziokulturellen Theorien ebenso wie die allgemein bekannten Spracherwerbstheorien miteinander verbindet. Die Spracherwerbsforschung verfolgt einen psycholinguistischen, kognitivistischen Ansatz und konzentriert sich darauf, was sich in den Köpfen von Lernern abspielt, wenn sie eine Sprache lernen.

    Die Faktoren, um die es dabei geht, sind:

    • Input (also die Reize, Einflüsse und Informationen, denen die Lerner ausgesetzt werden)
    • Interaktion (zwischen Lernern und anderen Sprechern wie Lehrern, anderen Lernern und Muttersprachlern)
    • Output (also das, was der Lerner artikuliert)
    • Fokus auf die sprachliche Korrektheit
    • Fokus auf den Inhalt (also was wir egtl. aussagen, die Information, die wir vermitteln).

    Diese Konzepte sind sowohl für den konventionellen Face-to-Face – Unterricht geeignet, als auch für das Unterrichten in einer digitalen Umgebung.

    Denken Sie sich nun eine Aktivität entweder für den konventionellen oder für den Online-Unterricht aus, in der es entweder vor allem sprachliche Korrektheit oder um das Vermitten von Inhalten geht und beantworten Sie folgende Fragen:

    • Welche Art Input liefern Sie/ Ihre Lerner?
    • Wie unterstützen Sie die Interaktionen zwischen Ihren Lernern und anderen Sprechern (z.B. Ihnen selbst oder eventuell Muttersprachlern)?
    • Welche Art Output kommt von Ihren Schülern?
    • Ist Ihnen die Form (also WIE Ihre Lerner etwas sagen bzw. grammatikalische Korrektheit) genauso wichtig wie der Inhalt (also WAS Ihre Lerner sagen)?

    Schreiben Sie Ihre Ideen und Kommentare in Ihren Blog.